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Neuer E-Zigarettenreport von Public Health England erschienen

Veröffentlicht am 24. Februar 2021

Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) hat das mittlerweile siebte Update ihres unabhängigen Berichts zu E-Zigaretten veröffentlicht.
Seit 2014 erscheint der jährliche Report, erstellt vom King’s College London und unterstützt von führenden britischen Gesundheitsorganisationen wie
Cancer Research UK und Action on Smoking and Health (ASH).

Pressemeldung von PHE

Wichtiges Ergebnis: „Die Empfehlung von PHE bleibt unverändert, dass Raucher auf Vaping-Produkte umsteigen sollten, um mit dem Rauchen aufzuhören.“

E-Zigaretten sind ein zentrales Element der britischen Smokefree-2030-Strategie. Eine Regierungskonsultation im Jahr 2019 legte das Ziel fest, dass England bis 2030 rauchfrei werden soll.
Die Strategie fordert die Tabakindustrie auf, Alternativen zu entwickeln, damit Raucher aufhören oder auf Nikotinsysteme mit reduziertem Risiko umsteigen, wie z. B. E-Zigaretten.
Ein neuer Plan zur britischen Tabakkontrolle wurde für Juli 2021 angekündigt.

Beste Chancen für den Tabakstopp

Der 247-Seiten-Report liefert zahlreiche Hinweise auf die Chancen für Tabakraucher, durch den Umstieg auf E-Zigaretten einen erfolgreichen Tabakstopp zu erreichen.
PHE bewertet das Potenzial der E-Zigarette dabei höher als klassische Nikotinersatzprodukte:

„Es gibt Hinweise darauf, dass E-Zigaretten besser sind als eine Nikotinersatztherapie, um mit dem Rauchen aufzuhören …
Die Verwendung eines Vaping-Produkts ist die beliebteste Hilfe für Menschen, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.“

Im Jahr 2020 nutzten 27,2 % der Personen bei einem Rauchstopp-Versuch ein Vaping-Produkt,
im Vergleich zu 15,5 %, die Nikotinersatzpräparate (NRT) verwendeten, und 4,4 %, die Vareniclin einnahmen (Report S. 17).
Der Einsatz von E-Zigaretten in lokalen Entwöhnungsprogrammen zeigte Erfolgsquoten zwischen 59,7 % und 74 % (2019–2020).

PHE schätzt, dass rund 50.000 britische Raucher im Jahr 2017 mithilfe von E-Zigaretten ihren Tabakkonsum vollständig beendet haben.

Kaum jugendliche Nutzer unter Nichtrauchern

Laut PHE ist die Zahl jugendlicher Nichtraucher, die aktuell E-Zigaretten nutzen, sehr gering:
„Die meisten jungen Menschen, die nie geraucht haben, haben auch nie gedampft. Zwischen 0,8 % und 1,3 % der Jugendlichen, die noch nie geraucht hatten, haben E-Zigaretten verwendet.
Die meisten aktuellen Dampfer waren entweder ehemalige oder aktuelle Raucher.“
(Report S. 13 f.)

Die überwiegende Mehrheit der E-Zigarettennutzer sind ehemalige erwachsene Raucher, die eine risikoärmere Alternative zur Tabakzigarette suchen.
Rund 6 % der britischen Erwachsenen dampfen derzeit – das entspricht etwa 2,7 Millionen Nutzern in England.

Aufklärung weiterhin notwendig

Die Autorinnen und Autoren des Reports sehen ein grosses Risiko darin, dass viele Raucher das
Harm-Reduction-Potenzial der E-Zigarette unterschätzen:
„Eine falsche Wahrnehmung der relativen Risiken im Vergleich zum Rauchen kann Raucher davon abhalten, E-Zigaretten zum Aufhören zu verwenden.“

Im Jahr 2020 waren 38 % der britischen Raucher der Meinung, dass Dampfen genauso schädlich sei wie Rauchen –
15 % hielten es sogar für schädlicher.

Professor John Newton, Direktor für Health Improvement bei PHE:

„Tausende weitere hätten aufhören können, haben jedoch unbegründete Sicherheitsbedenken in Bezug auf E-Zigaretten.
Die Beweise sind seit einiger Zeit klar, dass das nicht risikofreie Dampfen weitaus weniger schädlich ist als Rauchen.“

Newton empfiehlt allen Raucherinnen und Rauchern dringend, die E-Zigarette als Hilfsmittel zum Rauchstopp zu prüfen –
insbesondere jenen, die bereits andere Methoden ausprobiert haben.

Professorin Ann McNeill, King’s College London (Hauptautorin des Berichts):

„Unser Bericht fasst Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien, Entwöhnungsdiensten und Bevölkerungsstudien zusammen
und kommt zu dem Schluss, dass E-Zigaretten ein wirksames Mittel sind, um erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören.“

Michelle Mitchell, Direktorin von Cancer Research UK:

„Bisherige Untersuchungen zeigen, dass E-Zigaretten weniger schädlich sind als das Rauchen von Tabak und, wie dieser Bericht betont,
Menschen dabei helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören.
Die langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten sind nicht vollständig bekannt – die Schäden durch Tabak jedoch unbestritten.“

Dustin Dahlmann, Vorsitzender des BfTG (Bündnis für Tabakfreien Genuss):

„Der Report von Public Health England ist ein weiterer Beleg für die Wirksamkeit der E-Zigarette beim Tabakstopp.
Diese Evidenz muss auch in Deutschland die Grundlage für politische Entscheidungen zur öffentlichen Gesundheit bilden.
Während Grossbritannien die schadensminimierende E-Zigarette fördert, plant Deutschland eine Steuer, die das Produkt verteuert und für Raucher unattraktiv macht.
Die Politik muss evidenzbasiert umdenken – nach dem Vorbild Grossbritanniens.“